Die Zweitauflage des Hallencups der Kreisklassenmannschaften um den Pokal der Schlossbrauerei Schwarzbach hatte es in sich. Spannung pur war angesagt, denn gleich drei der vier Begegnungen in der Hauptrunde wurden erst im fälligen Neun-Meter-Schießen entschieden. Diese Dramatik entschädigte auch ein Stück weit für die insgesamt durchwachsenen spielerischen Leistungen auf dem Hallenparkett.
Personell am Limit – aber erfolgreich
Reurieth war mit lediglich sieben Akteuren zur Endrunde angereist. Vier Spieler aus der Vorrunde mussten ersetzt werden. Unterstützung kam von den beiden AK-35-Spielern Roberto Sauer und Manuel Hopf, die ihre Zusage sicherlich nicht bereut haben – auch wenn sich am Montagmorgen wohl ein wenig Muskelkater bemerkbar machte.
Finale als echtes Drama
Das Endspiel gegen SV Judenbach war bereits die zweite Begegnung beider Teams im Turnierverlauf. Wie schon zuvor endeten auch im Finale die regulären zwölf Minuten mit einem 2:2. In der Verlängerung entwickelte sich ein echtes Wechselbad der Gefühle: Reurieth geriet gleich zweimal in Rückstand – zunächst durch ein kurioses Eigentor, später durch einen Treffer von Luis Stellmacher.
Doch Florian Papp hatte jeweils die passende Antwort parat und erzielte beide Reuriether Treffer. In Überzahl ließ der SV 1919 jedoch die Entscheidung liegen, sodass erneut das Neun-Meter-Schießen entscheiden musste. Papp verschoss als erster Schütze, Judenbach ging durch Christoph Stellmacher in Führung. Dann rückte Keeper Julian Lieske in den Fokus: Er parierte die beiden folgenden Strafstöße der Judenbacher. Janne Lauterbach glich aus, ehe Roberto Sauer mit seinem Treffer den vielumjubelten Turniersieg perfekt machte.
Gruppenphase und Halbfinals
In Vorrundengruppe A sicherte sich Schleusingen mit drei Siegen souverän den Gruppensieg. Das letzte Gruppenspiel zwischen Heldburg II und Lauscha II entwickelte sich zum Endspiel um Platz zwei. Heldburg musste aufgrund der schlechteren Tordifferenz gewinnen – und schaffte dies mit zwei Treffern in der Schlussminute.
In Gruppe B blieben Reurieth und Judenbach ungeschlagen. Mit jeweils zwei Siegen und einem Unentschieden im direkten Vergleich kamen beide Teams auf sieben Punkte.
Im Halbfinale traf Schleusingen auf Judenbach. Die Burgstädter egalisierten einen 1:3-Rückstand mit zwei Treffern in der Schlussminute – 31 beziehungsweise 13 Sekunden vor der Sirene. Alle drei Schleusinger Tore erzielte Marius Kolk, der auch den ersten Neunmeter verwandelte. Danach versagten Tim Böhmer und Kevin Riedl die Nerven – Judenbach zog ins Finale ein.
Platz drei geht an Heldburg
Im Spiel um Platz drei kam es zur Neuauflage des Vorrundenduells zwischen Schleusingen und Heldburg. Nach dem klaren 7:0-Vorrundensieg schien die Favoritenrolle klar verteilt. Doch Heldburg ging durch Christoph Nogai in Führung und ließ lediglich den Ausgleich durch Oliver Damm (Neuzugang vom VfL Meiningen) zu. Im anschließenden Neun-Meter-Schießen trafen Sören Dömming und Toni Rottenbacher – Rang drei für die Unterländer.
Ein Garant für den Podestplatz war zudem Keeper Holger Stöcklein, der für seine Leistungen als bester Torwart des Turniers ausgezeichnet wurde und dafür tosenden Applaus von den Rängen erhielt.
Zahlen & Fakten
In der Vorrunde fielen insgesamt 48 Treffer, im Schnitt vier Tore pro Begegnung. Auffällig waren die schnellen Führungen und späten Ausgleichstreffer. Das erste Turniertor erzielte Rene Borck (Köppelsdorf) bereits nach 14 Sekunden. Ebenfalls früh trafen Luca Zitzmann (Schleusingen, 21 Sekunden) und Kai Riechert (Mupperg, 32 Sekunden). Allein acht Tore fielen in der Schlussminute der jeweiligen Spiele.
Text: André Hofmann (https://www.fupa.net/news/krimi-finale-reurieth-kroent-sich-zum-hallencup-sieger-3156427)